Natur & Hofmanufaktur

9. Juni 2017

Kräuterabend im Hotel & Restaurant Bock in Limbach-Oberfrohna

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KräuterdipsEs gibt sie noch. Wiesen mit den verschiedensten Kräutern und Blüten, auf denen sich Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Tierchen tummeln können. Noch, gibt es sie, aber dazu später mehr.

Ein paar von diesen Kräuterwiesen findet man am Rande von Limbach-Oberfrohna, in der Nähe vom Hotel & Restaurant Bock. Dort haben wir uns am späten Nachmittag im Biergarten an einer schön gedeckten Tafel eingefunden, bei herrlichem Sommerwetter unter schattigen Bäumen, um mehr über die Eigenschaften und Zubereitungsmöglichkeiten der „Unkräuter“ zu erfahren. Die Chefin des Hauses, Frau Striegler, hatte bereits verschiedene Kräuterlimonaden angesetzt und Heike Sikorski, die Kräuterspezialistin vom Förderverein AmbrossGut Schönbrunn e.V. hatten einige Kräuter mitgebracht.

Wir erfuhren jede Menge über Giersch, Bärwurz, der leicht nach Liebstöckel schmeckt, Bärlauch und Knoblauchsrauke, mit einem feinen Knoblauchgeschmack, Süßdolde, mit Anis- und Lakritzgeschmack und Pfefferkraut, dessen Blätter ziemlich scharf sind. Wir konnten jedes einzelne Kraut befühlen, beschnuppern und kosten, bevor wir all die interessanten Dinge verarbeitet haben.

SalbeimäuschenSalbeiblätter wurden in Teig gewendet und zu knusprigen Salbeimäusen ausgebacken, verschiedene Kräuter verarbeiteten wir zu Kräuterbutter, für Frischkäse wurde Bärwurz kleingeschnippelt und eingerührt und aus Knoblauchsrauke, Parmesankäse, Walnüssen und Öl ein Pesto gemixt. Anschließend haben wir die Kräutervielfalt auf dem köstlich, frischen und knusprigen, hauseigenen Brot probiert und waren begeistert von den unterschiedlichen Aromen, die in diesen Kräutern stecken, wie Anis, Pfeffer, Knoblauch, Meerrettich und viele andere.

 

 

 

Die Kräuter auf der Wiese für Kräuterbutter und Pesto zu verwenden ist eine schöne Möglichkeit, unseren Speisezettel zu bereichern. Viel wichtiger sind aber intakte Wiesen und Felder für die biologische Vielfalt und das Überleben nicht nur von Bienen, Hummeln und Vögeln, sondern von uns allen. Die subventionierte, konventionelle Landwirtschaft, mit riesigen Feldern, auch mit Energiepflanzen, wie Raps und Mais, die dann in unseren Tanks verschwinden, zerstört unsere Umwelt. Dabei wird der Boden ausgelaugt und verunreinigt und Kleinstlebewesen totgespritzt. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Kiebitze, Lerche und Feldhamster sind in der industriellen Landwirtschaft nahezu ausgestorben.

Wir sollten also etwas tun und da gibt es viele Möglichkeiten. Im Herbst sind Wahlen und wir können bis dahin die Politiker finden, die mit blühenden Landschaften nicht nur den eigenen Garten, sondern blühende Landschaften für alle meinen und uns vor denen hüten, die blühende Wiesen versprechen und braune Erde meinen. Wir können uns bei jedem Lebensmittel-Einkauf für Monokulturen und Riesenställe mit qualvoll dahinvegetierenden Tieren, oder für Biolebensmittel und regionale Produkte entscheiden, also für Gut-Sauber-Fair hergestellte Erzeugnisse. Wir können unser schickes, neues Eigenheim auf der grünen Wiese bauen, oder uns über andere Möglichkeiten informieren.

Und wir können im eigenen Garten ein Plätzchen finden, um das „Unkraut“ einfach wachsen zu lassen und spezielle Blühpflanzen für Bienen und Schmetterlinge aussähen. Die Natur, die Tiere und auch unser Körper werden es uns danken.

 

Antje Hohl

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